Ordination Dr. med. Pavalec




Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die dadurch entsteht, dass die Insulinproduktion in den ß-Zellen der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse gestört ist, oder das Insulin zwar vorhanden ist, an seinem Zielort, den Zellmembranen, aber nicht richtig wirken kann. Die Folge von dieser gestörten Insulinproduktion bzw. –Wirkung sind erhöhte Blutzuckerwerte (Hyperglykämie).

Es werden grundsätzlich zwei Typen unterschieden:

 

Typ 1 Diabetes wird kein Insulin mehr produziert und es kommt zu einem vollständigen Insulinmangel im Körper.


Typ 2 Diabetes ist Insulin zwar vorhanden, kann aber an seinem Zielort, den Zellmembranen, nicht richtig wirken. Die Folge dieser gestörten Insulinproduktion bzw. –Wirkung sind erhöhte Blutzuckerwerte /Hyperglykämie). Wird Diabetes durch Insulin nicht oder mangelhaft behandelt leiden die Patienten in weiterer Folge des Krankheitsverlaufes an so genannten diabetischen Spätschäden.

Wie entsteht Diabetes?

Das Hormon Insulin wird in den Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet. Alle Körperzellen benötigen Insulin, um Zucker aus der Blutbahn aufzunehmen. In der Zelle wird der Zucker zu Energie verbrannt. Kann der Zucker nicht von den Zellen aufgenommen werden, steigt die Zuckerkonzentration im Blut an. Ist eine bestimmte Konzentration des Zuckers im Blut überschritten, gelangt der Zucker in den Harn und wird ausgeschieden.

Beide Diabetesformen können familiär gehäuft vorkommen. Sind beide Eltern Typ-1-Diabetiker, liegt das Risiko eines Kindes, ebenfalls zu erkranken, bei etwa 20 Prozent. Ist nur der Vater betroffen, beträgt das Risiko zirka fünf Prozent, im Falle der Mutter etwa 2,5 Prozent. Bei Typ-2-Diabetikern dagegen ist in 50 Prozent aller Fälle Diabetes schon in der Familie bekannt.

Typ-2-Diabetes ist besonders bei Personen zu beobachten, die:

  • In der Familie bekannte Fälle von Diabetes haben

  • Übergewichtig sind

  • Einen erhöhten Blutdruck haben

  • Erhöhte Blutfette (Cholesterin und Triglyzeride) haben

  • Zu einem früheren Zeitpunkt in der Schwangerschaft Diabetes hatten

 

 


Folgende Symptome treten bei erhöhtem Blutzucker auf:

  • Häufiges Wasserlassen (Polyurie)

  • Starker Durst (Polydipsie)

  • Geringer Appetit und Gewichtsverlust, Heißhungerattacken (besonders zu Beginn der Krankheit)

  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Kraftlosigkeit

  • Mundtrockenheit und nächtliche Wadenkrämpfe

Diese Symptome sind sowohl beim Typ 1 als auch Typ 2 vorhanden, doch bei Diabetespatienten mit Typ 1 entwickeln sich die Symptome im Laufe von einigen Tagen bis zu wenigen Wochen. Typ-2-Diabetes entwickelt sich hingegen meist über einen weit längeren Zeitraum (bis zu zehn Jahren); dabei zeigen die Erkrankten zunächst lange Zeit keine oder geringe Symptome.

In einigen Fällen sind Folgerkrankungen das erste Zeichen einer Diabeteserkrankung. Dabei können folgende Symptome auftreten:

  • Schlecht heilende Wunden, besonders an den Beinen oder Füßen

  • Sehverschlechterung (Retinopathie)

  • Nervenschädigungen mit Kribbeln oder Gefühllosigkeit in den Beinen, Polyneuropathie

  • Herzinfarkt



Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Die Diagnose wird anhand einer Messung des Nüchternblutzuckers (Glukose-Konzentration im Blut) und eventuell durch einen Glukosebelastungstest gestellt. Der normale Nüchternblutzuckergehalt bewegt sich zwischen 70 -110 mg/dl Blut (3,9 - 6,1mmol/l).

Ist der Nüchternblutzucker bei den Messungen an mindestens zwei verschiedenen Tagen höher als 120 mg/dl, leiden Sie an Diabetes. Bei der Bestimmung des Blutzuckers sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Sie nüchtern sind, d. h., Sie dürfen acht Stunden vor der Blutabnahme nichts essen und sollten nur Wasser trinken. Haben Sie doch etwas gegessen, so teilen Sie es Ihrem Arzt mit. In unklaren Fällen wird ein Glukosebelastungstest durchgeführt, bei dem eine genau festgelegte Zuckermenge getrunken werden muss. Vorher und in bestimmten Zeitintervallen nachher wird der Zuckergehalt bestimmt.

Als Früherkennungsmethode dient auch die Harnzuckeruntersuchung mittels eines Urinstreifentests im Morgenurin oder im Sammelurin über 24 Stunden. Diese Untersuchung ersetzt jedoch nicht die Blutuntersuchung.

Zur Kontrolle von Blutzuckerkrankungen wird der HbA1c-Wert, der so genannte "Langzeitblutzucker" bestimmt. Mit Hilfe dieses Wertes sieht der Arzt, wie gut der Diabetes in den letzten drei Monaten eingestellt war.


Folgen des Diabetes

Oft kommt es zu einer verminderten Durchblutung der Beine und Füße. Dann ist die Haut sehr empfindlich, Wunden heilen schlecht und die Gefahr ist groß, dass Gewebe abstirbt. Auch die Nervenzellen werden durch einen schlecht eingestellten Diabetes geschädigt. Gerade an den Beinen sind dadurch das Gefühl und die Schmerzwahrnehmung gestört. Weil Druckschäden und Verletzungen dann nicht wahrgenommen werden, steigt die Gefahr von Gewebeschäden. Im schlimmsten Fall müssen die Ärzte amputieren.

Therapie

Das Ziel jeder Diabetes-Behandlung ist es, die Blutzuckerwerte dauerhaft auf Werte einzustellen, die denen eines gesunden Menschen nahe kommen. Zur Orientierung: Ein Gesunder hat vor dem Essen Blutzuckerwerte zwischen 60 und 120 mg/dl (3,3 und 6,7 mmol/l) und nach dem Essen unter 140 mg/dl (7,8 mmol/l). Sind die Werte gut eingestellt, wird es sehr viel unwahrscheinlicher, dass als Folge des Diabetes Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall entstehen.


Ernährung

Die richtige, gesunde Ernährung stellt die Grundlage aller Behandlungsformen des Diabetes mellitus dar. Sicherlich könnte ein Großteil aller Typ-2-Diabetiker zu Beginn der Erkrankung allein durch eine Umstellung auf gesunde, kaloriengerechte Ernährung und Steigerung der täglichen Bewegung behandelt werden.

Die Empfehlungen für die Ernährung eines Menschen mit Diabetes mellitus entsprechen einer gesunden, vollwertigen, kaloriengerechten Mischkost, wie sie auch jedem Gesunden empfohlen wird. Eine besondere Rolle spielen dabei die Kohlenhydrate, denn sie beeinflussen unmittelbar den Blutzuckerspiegel. Daneben ist ein gesundes Körpergewicht relevant, da Übergewicht die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen vermindern und so ebenfalls den Blutzuckerspiegel ungünstig beeinflussen kann. Die Ernährung sollte daher auch vom Energiegehalt an den persönlichen Bedarf angepasst sein. Der tägliche Bedarf an Energie (sprich Kalorien) hängt von Körpergröße, Körpergewicht und Leistung ab. Deshalb sollte jeder Diabetiker seinen individuellen Energieverbrauch kennen.

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