
Borreliose ist eine weltweit relativ häufig auftretende Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht wird. Auf den Menschen werden die Bakterien durch Zeckenstiche übertragen.
Die Borreliose verläuft in mehreren Stadien:
Zunächst ist die Haut im Bereich der Einstichstelle auffällig gerötet und entzündet, später kann die Erkrankung vor allem Gelenke, Muskeln und Nerven befallen. Nicht bei allen Erkrankten treten alle Stadien auf, auch muss nicht unbedingt ein Zeckenstich bemerkt worden sein. Die Erkrankung kann mit Antibiotika wirksam behandelt werden und heilt meist folgenlos aus. Eine Impfung gegen Borreliose gibt es in Europa derzeit noch nicht.

Wie entsteht Borreliose?
Die Erreger leben im Darm von Zecken jenen Blut saugenden Insekten, die zahlreiche Tiere und auch den Menschen befallen. Beim Stich der Zecke können die Erreger in den menschlichen Organismus eindringen.
In Mittel- und Nordeuropa sind etwa fünf bis 35 Prozent der Zecken Träger von Borrelien. Aber nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zur Ansteckung, und längst nicht jede Ansteckung führt zur Erkrankung. An Borreliose erkrankte Personen sind nicht ansteckend!
Woran kann man eine Borreliose erkennen?
Stadium
Rötung im Bereich der Einstichstelle, einige Tage bis zu drei Wochen nach dem Stich. Dieser rote Fleck breitet sich langsam aus und wird gleichzeitig im Zentrum heller, so dass zunächst eine scheibenförmige, später eine ringförmige Hautveränderung zu beobachten ist. Schmerzen bereitet die Hautrötung selbst nicht, manchmal wird sie jedoch von Fieber, Bindehautentzündung, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenksschmerzen oder Lymphknoten-Schwellungen begleitet.
Stadium
Es kommt zu einer Ausbreitung der Bakterien auf den gesamten Organismus. Dabei können Krankheitsanzeichen wie Fieber, Schweißausbrüche, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknoten-Schwellungen auftreten.
Typisch ist auch der Befall des Nervensystems mit Nervenwurzelentzündungen.
Stadium
Das dritte Stadium beginnt erst Monate bis Jahre nach der Infektion. Es kommt zu Gelenksentzündungen, schmerzhaften Schwellungen die über mehrere Wochen bestehen können. Charakteristisch für die Erkrankung sind aber auch Hautveränderungen mit rötlich-violetter Verfärbung.
Im Rahmen einer Neuroborreliose kann es zu einem Befall des Gehirns mit ausgedehnten Lähmungen und Gefühlsstörungen kommen.
Wie stellt der Arzt die Diagnose?
Bei Verdacht auf Borreliose wird der Arzt eine Blutuntersuchung durchführen.
Wie wird Borreliose behandelt?
Die Borreliose wird nur bei Auftreten von Krankheitsanzeichen behandelt. Der alleinige Nachweis von Borrelien-Antikörpern im Blut ist noch kein Grund für eine Behandlung mit Antibiotika. Wenn es an der Stichstelle zu den typischen Hautrötungen kommt sind Borrelien-Antikörper im Blut meist noch nicht nachzuweisen. Dennoch wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Borreliose handelt und eine Therapie mit einem Antibiotikum begonnen.