ANTI-AGING



Jugend ist kein Lebensabschnitt,
sondern eine Geisteshaltung. - Perikles



Ernährung, Stress, Umwelteinflüsse, Hormone, Genetik und Konstitution beeinflussen das Alter. Äußere Beschleunigungsfaktoren für schnelleres altern sind Nikotin, Alkohol, Bewegungsmangel, Übergewicht, fettreiche Ernährung und oxidativer Stress.





Kaum ein Mensch erreicht heute gesund und leistungsfähig sein genetisch mögliches Höchstalter. Daher sind Strategien zur Vermeidung vorzeitigen körp.Verfalls sinnvoll.

Wichtige Fragen sind in diesem Zusammenhang: Wie soll unser persönliches Älterwerden aussehen? Was können wir tun, um körperlichen und geistigen Abbau zu verzögern?

Die Lebenszeit unserer Körperzellen, mit Ausnahme der Fortpflanzungs- und Krebszellen, sind auf 50 Zellteilungen limitiert. Tumorzellen besitzen ein Gen, um ein Enzym herzustellen, die die Enden der Chromosomen wieder verlängert und sie damit unsterblich macht.



Den Alterungsprozess kennzeichnen verschiedene spezifische Veränderungen des Körpers. Verlust der Knochenmasse, Abnahme der elastischen Fasern im Bindegewebe, Nachlassen der immunologischen- und endokrinen Funktionen (Hormone!).

Besonders auffällig und ein Kennzeichen für den Alterungsprozess sind die bereits im mittlerem Lebensalter, allmählich abnehmenden Spiegel verschiedener Hormone, die für den Stoffwechsel von Bedeutung sind. Zu diesen zählen unter anderem DHEA-S, Melatonin, Cortisol, Wachstumshormon und IGF-1. Die Untersuchung dieser Hormone u. a. der Sexualhormone erlaubt daher eine Aussage über altersabhängige Veränderung und ermöglicht eine sinnvolle Anti-Aging-Strategie. Mit Methoden der Anti-Aging-Medizin ist es heute sehr wohl möglich den Prozess des Älterwerdens zu beeinflussen und damit länger ein erfülltes Leben ganz nach seinen Vorstellungen zu führen.





Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEA-S) ist als jugendliches Powerhormon bekannt. Neben seiner Interaktion (Gegenspieler) mit Cortisol ist auch eine Wechselwirkung mit dem Wachstumshormon und seinem Effektor IGF-1 bekannt

DHEA ist ein Vorläufer der weiblichen Androgenbiosynthese und hat dadurch einen entscheidenden Einfluss auf Stimmung und Libido der Frau. Durch gesteigerte Fettmetalbolisierung beugt DHEA dem metabolischen Syndrom vor, erhöht gleichzeitig den Muskelaufbau und damit die körperliche Leistungsfähigkeit. Bemerkenswert ist auch, dass DHEA die Gedächtnisfähigkeiten verbessert, die Laune hebt und Erkrankungen des Herzkreislaufsystems verhindert.



Melatonin wird lichtabhängig in der Zirbeldrüse produziert, wobei in der Nacht bis zu 10mal höheren Spiegel erreicht wird als tagsüber. Die Hauptwirkung des Hormons ist die Anpassung des Stoffwechsels an den täglichen und tageszeitlichen Rhythmus. Dass eine Produktion mit dem Alter zurückgeht, wird das koordinierte Zusammenwirken unterschiedlicher Stoffwechselvorgänge zunehmend schlechter. Dies führt neben Schlafstörungen auch zu immunologischen- und auch psychischen Veränderungen. Oxidativer Stress durch freie Radikale führt zur Entstehung von Oxidationsprodukten wie etwa dem Malondialdehyd (MDA). Dieses verursacht Zellmembrandestruktion und trägt zur Entstehung von Atherosklerose bei.





Antioxidantien wie Glutathion, Vitamin C, E und ß- Carotin schützen uns vor dieser Schädigung. Melatonin stärkt die körpereigenen Antioxidantien und ist dadurch 50mal so wirksam wie Vitamin C. Es ist verständlich,dass eine altersbedingte Verminderung von Melatonin zu einer verstärkten Oxidation mit einer daraus folgenden Zellschädigung führen muss.






Das Wachstumshormon Somatotropin (STH oder HGH) nimmt im Hinblick auf den Alterungsprozess eine herausragende Stellung ein. Es stimuliert den Muskelaufbau und den Fettabbau. Zusammen mit seinem Effektor IGF-1 aktivieren sie Immunabwehr und verbessern die Herz- und Gedächtnisleistung. Bis zum 60. Lebensjahr fällt die HGH- Sekretion ab, obwohl sie bis ins hohe Alter stimulierbar bleibt. Dies ist nicht nur durch eine DHEA- Gabe oder Zufuhr bestimmter Aminosäuren, sondern auch durch körperliche Aktivität möglich. Wegen seiner schwankenden Sekretion und der kurzen Halbwertszeit ist die direkte Bestimmung des Wachstumshormons nicht so repräsentativ wie die Messung von IGF-1.



Cortisol , der wichtigste Vertreter der Glucocorticoide, wird in der Nebennierenrinde gebildet und zeigt einen ausgeprägten tageszeitlich schwankenden Sekretionsrhythmus mit Höchstwerten am Vormittag. Im Gegensatz zu den vorher erwähnten Hormonen kommt es im Alter zu einer Cortisolzunahme, was auf der einen Seite den Muskelabbau und Fettaufbau begünstigt. Weiter nachteilige Veränderungen durch dieses Stresshormon sind die Anregung von Osteoporose, Insulinresistenz, Bluthochdruck und eine Zunahme der Infektanfälligkeit. Eine der wichtigsten Anti-Aging-Maßnahmen ist die Verminderung des Cortisolspiegels durch ausreichende Erholung, Bewegung, Meditation.







Vitamine : Ein Großteil der älteren Bevölkerung zeigt einen dramatischen Mangel an Vitamin D, E, B6 und B1, Zink, Magnesium und Calcium. Grundsätzlich gibt es keine vernünftige Anti-Aging-Medizin ohne optimale Ernährung.






Zur Verlangsamung des Alterungsprozesses und zur Vermeidung degenerativer Erkrankungen können nicht nur eine richtige Ernährung, Sport, die Vermeidung von Tabak und übermäßiger Sonnenexposition beitragen, sondern ebenso eine optimierte Einnahme von Vitaminen, Spurenelementen, Antioxidantien und die Hormonsubstitution. Zu guter letzt darf aber nicht verabsäumt werden sein Leben auf kreative Ziele zu konzentrieren und seinen Wünschen und Leidenschaften nachzugehen.